Am 21. Juli 2026 zog ein schweres Unwetter über die Region Marken in Mittelitalien. Hagelkörner, so groß wie Mangos, trafen die Photovoltaikanlage von CCE Italia in Servigliano und beschädigten die Module erheblich. Die Anlage mit einer Leistung von 993 kW auf einer Fläche von rund 19.800 Quadratmetern, die bis dahin jährlich etwa 1.300 MWh Strom erzeugte, musste vorübergehend vom Netz genommen werden.
Das Team von CCE Italia nutzte die Situation, um die Anlage nicht nur instand zu setzen, sondern umfassend zu modernisieren. Innerhalb von vier Wochen wurden neue, deutlich leistungsstärkere Module von Canadian Solar auf Basis der N-Type-TOPCon-Technologie installiert. Diese zeichnen sich durch eine geringere Degradation aus und reagieren sehr robust auf hohe Temperaturen. Seit dem 23. September 2026 speist die Anlage wieder zuverlässig Strom ins Netz ein.
Was auf die Module traf, hätte die Ernte getroffen
Über die erfolgreiche Wiederherstellung hinaus hat das Ereignis eine weitere Erkenntnis geliefert: Die Wucht, mit der der Hagel auf die Module traf, hätte auf einer ungeschützten landwirtschaftlichen Fläche die Ernte eines ganzen Jahres zerstören können. Für Landwirtinnen und Landwirte, insbesondere im Obst- und Weinbau, bedeuten solche Ereignisse häufig erhebliche wirtschaftliche Verluste.
„Wäre unter unserer Anlage in Servigliano eine Obstplantage gewesen, dann hätten mindestens 80 Prozent der Ernte gerettet werden können. Die Paneele hätten diese riesigen Hagelkörner abgefangen“, erklärt Sandro Esposto, Geschäftsführer der CCE Italia.
Doppelte Flächennutzung, doppelter Nutzen
Agri-PV verbindet landwirtschaftliche Produktion und Stromerzeugung auf derselben Fläche. Die Photovoltaikmodule werden dabei so angeordnet, dass unter oder zwischen ihnen weiterhin Obst, Gemüse oder andere Nutzpflanzen angebaut werden können. Neben der Erzeugung erneuerbarer Energie übernehmen die Module eine schützende Funktion: Sie schirmen die Kulturen vor Hagel und Starkregen ab, mildern intensive Sonneneinstrahlung und Hitzestress und können die Verdunstung des Bodens verringern. Gerade im Mittelmeerraum, wo Hitzeperioden und Unwetter in den vergangenen Jahren an Häufigkeit und Intensität zugenommen haben, gewinnt dieser Schutz zunehmend an Bedeutung.
Für landwirtschaftliche Betriebe eröffnet Agri-PV damit eine zusätzliche Perspektive: Sie sichern ihre Erträge besser gegen Wetterrisiken ab und erschließen gleichzeitig eine stabile Einnahmequelle aus der Stromerzeugung. Für die Energiewende bedeutet es, dass Photovoltaik ausgebaut werden kann, ohne mit der Nahrungsmittelproduktion um Flächen zu konkurrieren.
Resilienz für Landwirtschaft und Energieversorgung
CCE entwickelt, errichtet und betreibt neben klassischen Freiflächen- und Dachanlagen auch Agri-PV-Projekte. Die Erfahrungen aus Servigliano bestärken das Unternehmen darin, diesen Bereich gemeinsam mit landwirtschaftlichen Partnerinnen und Partnern weiter voranzutreiben, in Italien ebenso wie in den anderen Märkten, in denen CCE tätig ist. Ziel ist es, Lösungen zu schaffen, die Landwirtschaft und Energieversorgung gleichermaßen widerstandsfähiger machen.
Riesige Hagelkörner haben die Paneele schwer beschädigt. © CCE Italia
Neue Paneele sorgen für eine deutliche Leistungssteigerung.© CCE Italia
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